Wo sind maschinelle Übersetzungssysteme zielführend - und wann machen sie Fehler?

Keine Frage: Maschinelle Übersetzungen, insbesondere neuronale maschinelle Übersetzungen (NMT), bewirken große Zeit- und Kostenersparnisse. Zwar steckt die Technologie dahinter bei weitem nicht mehr in den Kinderschuhen, sie ist allerdings auch noch nicht vollkommen ausgereift. Der Einsatz maschineller Übersetzungen ist nur dann zielführend, wenn er mit Bedacht durchgeführt wird - nicht alle Texte sind gleichermaßen für eine automatisierte Verarbeitung geeignet.

Viele Zieltexte lassen sich weitgehend flüssig lesen und wirken mit fortschreitender Entwicklung der Übersetzungssoftware immer natürlicher. Aber welche Texte kommen für einen automatisierten Übersetzungsprozess infrage? Wann ist ein Post-Editing nötig? Reicht eine oberflächliche Korrektur aus oder benötigen maschinelle Übersetzungen immer ein professionelles Lektorat? Mit was für Texten sind Maschinen auch heute noch überfordert, so dass es zu gravierenden Übersetzungsfehlern kommt? Wir klären auf und geben Antworten.

Texte, die für eine maschinelle Übersetzung geeignet sind

Grundsätzlich sind Texte für den internen Gebrauch wie E-Mails oder Protokolle für eine maschinelle Übersetzung geeignet. Es reicht aus, wenn sie von den Lesern verstanden werden, so dass lediglich leichtes Post-Editing angewandt werden muss. Das gilt auch für nutzergenerierte Inhalte wie Bewertungen, die lediglich der groben Orientierung dienen sollen.

Auch Produktinformationen oder Bedienungsanleitungen, die extern kommuniziert werden, lassen sich automatisiert übersetzen. Um eine qualitativ hochwertige Übersetzung zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Übersetzungsmaschine im Vorfeld mit großen Datenmengen trainiert worden ist. Damit länderspezifische Eigenheiten wie Fachbegriffe oder Maßeinheiten richtig wiedergegeben werden, sollten die maschinell erstellten Übersetzungen immer um ein Post-Editing ergänzt werden.

Wenn Qualität gefragt ist, wird es schwierig

Texte, die beispielsweise im Rahmen von Marketingmaßnahmen nach außen kommuniziert werden, zeichnen sich meistens durch Wortspiele, kreative Slogans und andere rhetorische Feinheiten aus. Diese lassen sich nach heutigem Stand noch nicht anhand einer reinen technischen Lösung übersetzen, sondern müssen im Rahmen einer Transcreation adaptiert werden. Nur so wird die Zielgruppe emotional adressiert - das kann bisher keine Maschine leisten. Das gleiche gilt für Websites, die eine optimale User Experience bieten müssen: Querverweise und intuitive Bedienbarkeit sind nur mit menschlicher Denkkraft umsetzbar.

Auch Texte mit verschachtelten Sätzen oder Fachtermini werden von Maschinen oftmals nur in mangelhafter Qualität übersetzt. Ein Computer verarbeitet einen Satz nach dem anderen, den Kontext hat er dabei jedoch noch nicht im Blick. Präsentationen und Reden lassen sich ebenso wenig vorteilhaft maschinell übersetzen, wenn der Zuhörer gefesselt und auf persönliche Art und Weise angesprochen werden soll.

Fazit: Emotionen sind ein Problem

Geht es um rein informationelle Texte, sind maschinelle Übersetzungssysteme eine große Hilfe. Sofern sie im Vorfeld ausführlich mit Daten trainiert wurden, übersetzen sie Texte verständlich und kommen oft ohne ein Post-Editing aus. Wenn aber Kreativität, Wortspielereien, Fachbegriffe oder die bewusste Steuerung des Lesers im Spiel sind, haben es maschinelle Übersetzungssysteme schwer. 

Ob sich ein Text für eine rein maschinelle Übersetzung eignet oder erst in Kombination mit Post-Editing und Transcreation erfolgversprechend ist, sollte genau abgewogen werden. Die Hilfe eines externen Übersetzungsdienstleisters bietet eine gute Möglichkeit, sich den effizientesten Weg vom Experten aufzeigen zu lassen.

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