Übersetzungsvalidierung – wie man bei 15 Sprachen den Überblick behält

Ein Unternehmen benötigt Übersetzungen, der zuständige Mitarbeiter sendet die zu übersetzenden Texte an den Übersetzungsdienstleister und erhält nach Auftragserteilung die fertig übersetzten Texte zurück – soweit der normale Ablauf. Was aber, wenn noch mehr Personen (z.B. Geschäftspartner, Mitarbeiter anderer Niederlassungen) an dem Projekt beteiligt sind und ebenfalls mitreden wollen? Ein Beispiel:

Ein international tätiger Maschinenbauhersteller veröffentlicht seinen neuen Produktkatalog. Dieser soll nun in die Zielsprachen aller 15 Länder, in denen er aktiv ist, übersetzt werden. Jedoch erinnert sich der Marketingleiter an das Problem aus dem Vorjahr: Damals hatten die zuständigen Kollegen aus allen ausländischen Niederlassungen jede Menge Fragen und Änderungswünsche. So wurde die Übersetzung des Begriffs „Strahltriebwerk“ in 8 Sprachen moniert, weil sich niederlassungsintern jeweils ein anderer Begriff eingebürgert hatte. Zwar hatte der Marketingleiter der deutschen Zentrale für einige Sprachen Glossare zur Verfügung gestellt, jedoch waren diese zum Teil veraltet, längst wurden andere Begriffe verwendet. Zusätzlich tauchte des Öfteren das Problem auf, dass die Verantwortlichen der jeweiligen Niederlassungen den deutschen Ausgangstext nicht kannten und den Text in ihrer jeweiligen Sprache daher z.T. stark änderten.

Über Wochen musste der Marketingleiter, selbst neben der deutschen immerhin der englischen und französischen Sprache mächtig, als Schnittstelle zwischen den 15 Niederlassungen und dem Übersetzungsdienstleister fungieren. Dabei kam es wiederholt zu Missverständnissen, allgemeiner Verwirrung und natürlich gab es auch Informationsverluste zu beklagen. Neben dem allseits entstandenen Unmut stiegen die Kosten hierdurch um nahezu 30%.

Aufgrund dieser Erfahrungen wünscht sich der Marketingleiter nun eine Lösung, bei der der Übersetzungsdienstleister mit den ausländischen Niederlassungen in direkten Kontakt tritt, er aber gleichzeitig alle Fäden in der Hand behält.

Eine Möglichkeit ist hier die sogenannte Übersetzungsvalidierung. Hierfür werden die zu übersetzenden Texte auf eine Art Plattform geladen, auf die alle Beteiligten Zugriff haben. Sobald die Texte übersetzt sind, werden diese ebenfalls auf die Plattform geladen. Die zuständigen Mitarbeiter der jeweiligen Niederlassungen (Validatoren) haben nun die Möglichkeit, die Übersetzungen innerhalb einer gesetzten Frist zu prüfen und ggf. anzupassen. Anschließend werden die Änderungen durch die Übersetzer geprüft. Je nach Kundenwunsch werden die Änderungen, die den Inhalt des Ausgangstextes verändern oder der vorgegebenen Firmenterminologie widersprechen, übernommen oder verworfen. Schließlich werden die Übersetzungen an den Marketingleiter geliefert. Dieser kann in der Zwischenzeit den jeweiligen Stand jederzeit bequem einsehen, muss aber nur selbst tätig werden, wenn er dies wünscht.

Auf diese Art und Weise werden nicht nur Zeit und Geld gespart; da die vorgenommenen Änderungen auch in den Übersetzungsspeicher eingearbeitet werden, stehen sie den Übersetzern für folgende Übersetzungen zur Verfügung und bilden so die Grundlage für gleichbleibende Qualität.

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